12.06.2010 - Death Valley National Park

 

Death Valley

 

An diesem Tag waren wir bereits um 5.45 Uhr abfahrbereit und erlebten den westlich von Lone Pine gelegenen Mt. Whitney und die umliegenden Berggipfel im weichen Licht der aufgehenden Sonne. Getragen von dieser Gute-Laune-Stimmung fuhren wir Richtung Death Valley National Park, zum Tal des Todes, das seinen Namen seinem gnadenlos heißen Klima verdankt, dem frühere Pioniere nicht selten erlegen sind.

Anders als andere Täler entstand dieses Valley nicht durch die Wirkungskräfte fließenden Wassers. Sondern es bildete sich in Folge der Anhebung der Gebirgsketten der Panamint und Armagosa Ranges ein Becken, auf dessen Boden sich noch vor 25.000 Death ValleyJahren ein 187 km langer und 200 m tiefer See ausbreitete. Überreste dieser Death ValleyVergangenheit sind bis zu 1,80 m dicke Salzkrusten, die weite Teile der tiefsten Stellen des Death Valley bedecken.

Auf unserem Weg ins Death Valley schraubten wir nun Höhenmeter um Höhenmeter nach unten und passierten öde Berglandschaften und weite Täler, eingerahmt von imposanten Gebirgsketten. Wir waren fast alleine unterwegs und die rauhe Naturschönheit um uns herum versetzte uns in eine eigenartige Stimmung. Es war friedlich, einsam, monumental. Wir erlebten einzigartige Momente zum Genießen. Und das taten wir.

Um 7.45 Uhr hatten wir dann unser erstes Ziel, die Stovepipe Wells, erreicht. An dieser Stelle präsentiert sich das Death Valley genau so, Stovepipe Wells im Death Valleywie man sich eine Wüste vorstellt: mit hohen sanft gewellten Sanddünen, die sich auf einer Fläche von 36 km²am Fuße der Berge formten. Erst wenige Menschen waren mit uns vor Ort und auch wir konnten es kaum erwarten, in die Dünen hineinzulaufen. Doch leider wurde unsere Freude ein wenig gedämpft durch den stürmischen Wind, der sich uns entgegenstellte und der dafür sorgte, dass wir heute eine ganz besondere Peeling-Einheit verpasst bekamen. Die Temperaturen betrugen etwa 30 Grad, der Sand war nicht zu heiß - was wir wohl auch dem Wind zu verdanken hatten -, doch mussten wir aufpassen, dass unser technisches Equipment wie Foto und Video nicht zu viel von dem feinen Sand abbekam. So kämpften wir in dieser idyllischen friedvollen Umgebung gegen die Kräfte des Windes, was natürlich den puren Naturgenuss schon ein wenig beeinträchtigte.

Stovepipe Wells im Death ValleyStovepipe Wells im Death ValleyStovepipe Wells im Death Valley

Um 8.30 Uhr war dann die Sandstrahlaktion beendet, wir fuhren weiter mit einem nächsten Stop bei der Furnace Creek Ranch, einer kleine grüne Oase inmitten der Wüste, ca. 60 m unterhalb des Meeresspiegels gelegen. Hier gab es Übernachtungsmöglichkeiten mit Restaurant, Bar und Einkaufsmöglichkeiten im Westernstyle. Und einen Golfplatz und überhaupt alles, was das Touriherz so begehrt. Irgendwie eine unwirkliche Location in dieser wüstenhaften unwirtlichen Gegend, die wir recht schnell wieder verließen.

Furnace Creek RanchFurnace Creek Ranch

Ein weiteres Highlight erwartete uns dann um 9.00 Uhr am Zabriskie Point. Ein Aussichtspunkt, den wir zu diesem Zeitpunkt noch fast für uns alleine hatten. Welch herrliches Naturschauspiel zeigte sich hier in den frühen Stunden des Tages. Uns fehlten fast die Worte, so eindrucksvoll lagen die vegetationslosen erodierten Schlammberge eines alten Flussbetts im warmen Licht der Morgensonne, dessen Farbenspiel in Ocker- und Brauntönen sich von Minute zu Minute veränderte und die gesamte Szenerie gleichsam zum Leben erweckte. Wir hatten schon Fotos von diesem Aussichtspunkt gesehen, schöne Fotos, doch mit eigenen Augen hier zu stehen, die Weite und Außergewöhnlichkeit dieserLandschaft zu erspüren und praktisch "mittendrin" zu sein - das war einfach nur phantastisch.

Death Valley Zabriskie PointDeath Valley Zabriskie PointDeath Valley Zabriskie PointDeath Valley Zabriskie PointDeath Valley Zabriskie PointDeath Valley Zabriskie Point

Diese herrlichen Eindrücke im Herzen fuhren wir weiter und machten einen Abstecher über den "Artist Drive", einer asphaltierten Einbahnstraße abseits des Durchgangsverkehrs, der uns mitten hinein in die Badlands führte. Die Straße war schmal und führte über viele Kurven und etlichen Dips durch eine eigene Zauberwelt. Wir passierten den Aussichtspunkt "Artist Palette", wo sich an einer zerklüfteten Bergflanke unterschiedlich farbige Gesteinsschichten fotogen präsentierten. Leider hatten wir für diese wunderschöne Location jetzt am Morgen nicht das beste Licht, denn die Örtlichkeit lag im Schatten und wäre wohl für einen Besuch in der Nachmittags- oder Abendsonne besser geeignet. Doch egal, wir genießen es, so hautnah inmitten dieser kargen Felsgebilde zu sein und ließen diese Stimmung auf uns wirken.

Death Valley Artist's PaletteDeath Valley Artist's Palette

Weiter führte uns nun der Weg über die Badwater-Road nach Badwater, dem tiefsten Punkt des Death Valley mit 80 m unterhalb des Meeresspiegels. Dies müsste normalerweise auch der heißeste Punkt des Valleys sein, doch wir hatten an diesem Tag richtiges Wetterglück! Denn dank des Windes und dank des Wetterumschwungs der letzten Tage hatte es heute keine 4o Grad und mehr an Hitze zu bieten, sondern mussten wir uns mit mäßigen 33 Grad Celsius zufrieden geben. Das war prima, damit konnten wir sehr gut leben, wenngleich es doch irgendwie dazu gehört hätte, die "tödliche" Hitze des Death Valley einmal auf eigener Haut zu fühlen. Über einen Holzsteg liefen wir ein Stück in die Salzflächen hinein, die gänzlich trocken waren, ausgehärtet und gut zu Fuß begehbar, ein Beleg dafür, dass es hier schon eine Weile nicht mehr geregnet haben dürfte. Natürlich ließen wir uns nicht lumpen und waren auch für die "üblichen" Beweisfotos gerne zu haben.

Death Valley BadwaterDeath Valley BadwaterDeath Valley Badwater

Als wir um die Mittagszeit den Death Valley NP verließen waren wir uns einig, dass es dort sicherlich noch viele Geheimnisse zu entdecken galt. Und wir nahmen uns vor wiederzukommen, mit wenigstens einem Tag mehr im Gepäck.

Im Örtchen Shoshone Village gab es dann einen kurzen Einkehrschwung in der Crow Bar, wo man sogar gemütlich im Freien sitzen konnte. Gegenüber an der Tankstelle stockten wir Pahrump unsere Eisvorräte auf und rollten gemütlich auf der US 178 unserem heutigenTagesziel entgegen. Nachdem wir die Stateline von California nach Stateline Nevada SchildNevada überquert hatten dauerte es nicht mehr lange, bis wir das Städtchen Pahrump erreichten, und schon bei der Einfahrt in diesen immerhin 38.000 Einwohner zählenden Ort wurde die Nähe zu Las Vegas mehr als deutlich. Die Straßenaufsteller mit Werbung für diverse Casinos, Hotels oder sonstige Attraktionen schossen wie Pilze aus dem Boden und von der soeben noch genossenen friedvollen Stillein wüstenhaftem Ambiente war nichts mehr zu spüren.Schon gestern hatten wir ein Zimmer im Saddle West Hotel gebucht, wo der Check-In problemlos klappte und wir bereits am frühen Nachmittag unser großzügiges Zimmer beziehen konnten.

Nachdem wir uns häuslich eingerichteten hatten kamen unsere Mägen endlich mal wieder zum Zuge. Im nahe gelegenen Einkaufszentrum fanden wir einen Panda-Express, dessen leckeres Orange-Chicken uns noch vom letzten Jahr erinnerlich war. Und als Nachtisch rundete ein Starbucks-Cappucchino unser kulinarisches Erlebnis ab, den wir uns genüsslich einverleibten. Jetzt waren wir gestärkt für einen gemütlichen Nachmittag am Pool, wo es sich Dank des immer noch heftigen Windes gut aushalten und ausruhen ließ. Die abendliche Belustigung in Pahrump war dann allerdings nur noch mäßig. Bis auf ein paar zweitklassige Casinos und einer Veranstaltung zur Wahl der "Miss Senior" gab es nach unserer Auffassung hier nichts zu bieten, so dass wir uns frühzeitig zurückzogen mit Vorfreude auf LasVegas.

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letzte Aktualisierung: 17.11.2016